Les Seraphines


In seinem Programm ‘Zwischen Okzident und Orient’ verbindet das Ensemble Les Seraphines Kompositionen von Bettina Hartl, die sowohl durch die Epoche des Frühbarock als auch durch persische und indische Sufi-Musik geprägt sind und zudem keltische Elemente aufweisen. Dazu kombiniert es ‘neuartige ‘ Arrangements alter barocker Meister und eigene Improvisationen. Alle Ensemblemitglieder kommen ursprünglich aus dem klassischen Musikbereich. Neben ihrer Orchester – und Kammermusiktätigkeit ist es die Beschäftigung mit der Mystik verschiedener Kulturen, aus der sie die Inspiration für ihre Improvisationen und Interpretationen gewinnen. Die Neugier auf musikalische Experimente und Verbindungen unterschiedlicher Musikansätze hat sie in diesem Projekt zusammengeführt.

Les Seraphines singt in den Sprachen Persisch, Sanskrit, Keltisch, Latein, Italienisch, Spanisch, Englisch und in Phantasiesprache. In der Fusionierung westlicher und östlicher Musikeinflüsse erforschen die Musiker deren unterschiedliche Wirkungsweisen. Die Freiheit, die sich am Übergang vom 16. zum 17. Jahrhundert sowohl in der westeuropäischen als auch in der persisch- nordindischen Musik heraushören lässt, greift Les Seraphines wieder auf und lässt sich von der belebenden Virtuosität und dem Improvisationspotential beider Strömungen inspirieren.

In der Verbindung von Orientalischem und Okzidentalischem sieht das Ensemble vor dem Hintergrund eines bewussten Miteinander die Möglichkeit eines Weges zu einer ganzheitlicheren, weltoffeneren Musik.

Besetzung: Gesang, Violine, Bandoneon, Orgel, keltische Harfe, Cello, Klavier
Musiker: Bettina Hartl, Anna Barbara Kastelewicz, Andreas Pasemann, Romy Nagy, Marco Reiß


Die CD des Ensembles:

– “Zwischen Orient und Okzident”-

Bettina Hartl, Les Seraphines & Guests
Produktion: Kaliphonium, Berlin 12/2013

Auszug aus dem Booklet

17 Euro (inklusive Versand)

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Anna Barbara Kastelewicz

Die Violinistin Anna Barbara Kastelewicz arbeitet als Solistin, Kammermusikerin und Konzertmeisterin. Mit Auftritten und Tourneen in Europa und Asien ist sie national und international präsent. Sie spielt Rundfunk-, Fernseh- und Tonträger-Aufnahmen ein.
Anna Barbara Kastelewicz spielt Barockvioline und Moderne Violine. Ihr Repertoire reicht von Renaissance bis Moderne, einschließlich Musical und Jazz. In ihren Projekten verbindet sie gern die verschiedenen Künste miteinander und moderiert ihre Konzerte.
Sie widmet sich intensiv der Musikwissenschaft mit der Edition und der Interpretation zeitgenössischer Komponisten.
Anna Barbara Kastelewicz gründete zwei Projektorchester, das „neue barockorchester berlin“ und das „neue konzertorchester berlin“, die sie als Konzertmeisterin selbst leitet.
Von 2007 bis 2013 hatte sie die künstlerische Leitung des „Musikfestivals Lüneburger Heide“ inne, im Jahr 2016 gründete sie „Kulturschlaglicht / Kulturfestspiele in Schlössern und Gärten“, ein Festival, das musikalische Aufführungen mit Licht- und Klangdesign, Vorträgen und Führungen durch die historischen Orte mit ihrem besonderen Flair verbindet.
Anna Barbara Kastelewicz ist als Lehrbeauftragte an Hochschulen für Musik tätig.
Die gebürtige Berlinerin lebt als freischaffende Künstlerin in Berlin.

Bettina Hartl,
Gesang, Bandoneon, keltische Harfe, Klavier

1977 in München geboren, studierte Tonmeister an der Universität der Künste in Berlin. Mit den Instrumenten Klavier, Viola und Mandoline gewann sie zahlreiche nationale und internationale Preise.
2005 gründete Hartl das auf die Musik von Astor Piazzolla spezialisierte Tangoquintett Amortal mit Tourneen u.a. nach Japan sowie mehreren CD- Produktionen beim BR. Parallel dazu entwickelte sich das bis heute bestehende Duo Amortal zusammen mit dem Geiger Dariusz Błaszkiewicz.
Als Solistin trat sie u.a. mit dem Helsingbørgs Symfoniorkester, dem Württembergischen Staatsorchester Stuttgart, dem Staatsorchester Braunschweig und der Magdeburgischen Philharmonie auf. In Berlin und Magdeburg übernahm sie den Bandoneonpart in Piazzollas Tango-Oper Maria de Buenos Aires. Sie gastierte für mehrere Tangoshows am Herbst Theatre in San Francisco und anlässlich der ‘Latin American Cultural Week’ in New York.
Seit 2010 ist Hartl neben dem Konzertieren aktiv als Komponistin tätig. Im selben Jahr kam ihr erstes Orchesterstück durch das Erste Frauenkammerorchester von Österreich in Wien zur Uraufführung. Seit 2012 experimentiert sie mit eigenen Stücken, Improvisationen und ‘erneuerter’ Alter Musik in freier Besetzungswahl im Rahmen des Ensembles Les Seraphines.
Seit 2012 ist sie Initiatorin des visionären Forums Kaliphonium mit eigenen interdisziplinären Veranstaltungen zur Erneuerung von Kunst und Gesellschaft in Berlin. 2013 gründete sie ihr gleichnamiges Label und einen Musikverlag.

Romy Nagy,
Gesang, Violoncello

in Gera geboren, erhielt  mit 8 Jahren ihren ersten Cellounterricht bei Bettina Formella und setzte ihre frühe musikalische Ausbildung an der Spezialschule für Musik Belvedere in Weimar und später als Jungstudentin an der Hochschule für Darstellende Kunst und Musik in Frankfurt am Main bei Prof. Gerhard Mantel fort.
1996 begann sie ihr reguläres Musikstudium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Ihre Lehrer waren Prof. Michael Sanderling und Prof. Josef Schwab. Als Substitutin und Stipendiatin war sie u.a. beim Konzerthausorchester Berlin, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin und der Staatskapelle Weimar tätig.
Seit 2000 ist Nagy festes Mitglied im Kammerorchester Berlin. Zahlreiche Preise, Stipendien, Kammermusik-CD-Einspielungen, Filmmusikaufnahmen und Tourneen durch fünf Kontinente zeichnen ihren musikalischen Weg. Ein weiterer wesentlicher Teil ihrer Arbeit beschäftigt sich mit der therapeutischen Wirkung von Musik. Nach Abschluß eines Masterstudiums in Musiktherapie an der Universität der Künste in Berlin arbeitet sie auch im musiktherapeutischen Bereich.
Kammermusikalisch ist sie in diversen Ensembles international tätig, u.a. im 3 plus 1 Quartett und seit 2015 im Ensemble um den Jazz Trompeter Till Brönner. Ganz neu hat sie 2016 ihre Liebe zum Musikkabarett entdeckt, die sie mit dem Trio Les Troizettes in zahlreichen Konzerten ausleben kann.

Andreas Pasemann,
Truhenorgel, Orgel, keltische Harfe

wurde in Wolfsburg geboren und erhielt seinen ersten Orgelunterricht beim Domkantor Helmut Kruse in Braunschweig. Von1984-1990 studierte er Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover bei Prof. Ulrich Bremsteller und Klavier bei Prof. Michael Leuschner.
Als Stipendiat der niedersächsischen Sparkassenstiftung führten ihn weiterführende Studien zu Prof. Daniel Roth und Gaston Litaize nach Paris. 1990 legte er sein A-Examen ab. Anschließend trat er die Stelle als Organist und stellvertretender Leiter der Braunschweiger Domsingschule an.
Seit 1996 ist Andreas Pasemann Propsteikantor in Seesen am Harz und leitet in dieser Funktion diverse Chöre und Instrumentalgruppen. Regelmäßig unternimmt er Konzertreisen durch Deutschland und ganz Europa.
Neben seiner Lehrtätigkeit ist er zudem ein gefragter Organist und Liedbegleiter bei Rundfunk- und Fernsehproduktionen sowie bei CD- Aufnahmen. Als Solist arbeitete er mit verschiedenen Orchestern zusammen.  Neben Orgel und Klavier spielt Andreas Pasemann keltische Harfe.

Marco Reiß,
Violine

1960 in Magdeburg geboren, erhielt seinen ersten Geigenunterricht bei seinem Vater und führte seine frühe musikalische Ausbildung an der Spezialschule für Musik in Halle fort.
Danach absolvierte er ein reguläres Musikstudium an der Musikhochschule in Leipzig bei Prof. Fred Roth mit weiterführenden Studien bei Prof. Klaus Hertel.
1982 wurde er als Violinist an die Magdeburgische Philharmonie engagiert und ist seit 1993 Vorspieler der 1. Violinen. Von 1986 – 1989 begann er eine Aushilfstätigkeit an der Staatsoper in Berlin.
Als Initiator eigener Konzertreihen veranstaltete er von 1991 – 1996 die „Magdeburger Kammermusiksonntage“ und betreute von 1997 bis 2000 die „Stunde der Klassik“ im AMO-Kulturhaus.
Reiß ist Mitbegründer und seit 1989 Leiter des Magdeburger Rossini-Quartetts. Damit verbundene Reisen führten ihn u.a. nach Jordanien und zur EXPO nach Shanghai. Das Quartett wurde mit dem „Romanikpreis des Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt“ ausgezeichnet. Reiß wirkte bei zahlreichen CD- und Rundfunkaufnahmen mit. 2013 wurde er durch den Oberbürgermeister von Magdeburg zum ,Kammermusiker’ der Stadt Magdeburg ernannt.
Für das Jahr 2017 wurde Reiß zum Intendanten des Festivals Telemania der Landeshauptstadt Magdeburg anlässlich des 250. Todesjahres von Georg Philipp Telemann gewählt.

‘Zwischen Okzident und Orient’

In ihrem Programm ‘Zwischen Okzident und Orient’ stellt das Ensemble Verbindungen und Gegensätze zweier musikalischer Strömungen unserer Musikgeschichte auf, die gemeinsame Wurzeln erahnen lassen. Es handelt sich um die Epoche des Frühbarock im Abendland und die musikalische Blütezeit der persisch – indischen Sufimusik an den Höfen des indischen Mogulreiches zur selben Zeit im Morgenland. Die Musiker vereinen barockisierte Kompositionen in Form von vituosen Ciacconas und anmutig klingenden Arien von Bettina Hartl mit aktuellen, zeitlosen Arrangements eines Claudio Monteverdi und stellen sie den orientalisch geprägten Kompositionen Hartls und Improvisationen gegenüber.

Bettina Hartl (*1977)
‘Roshangari’ – persisches Lied
‘Om Purna Purnamadah’
Ciaccona Piccola

Claudio Monteverdi (1567 – 1643)
‘Pur Ti Miro’
‘Zefiro Torna’
Si Dolce Tormenti

Longa Read

El Helwa

Helwa ya baladi

Hintergründe:

Etwa um 1600 gab es unabhängig voneinander im Abend – wie auch im Morgenland einen musikalischen Aufbruch, der heute mehr denn je an Aktualität und Zeitlosigkeit gewonnen hat. In Europa erlebte die Musik mit Claudio Monteverdi, dem damaligen Avantgardisten seiner Zeit, einen Durchbruch in unserer abendländischen Musikgeschichte und läutete somit den Wechsel von der Renaissance zum Frühbarock, der sogenannten Alten Musik, ein.

Fast parallel entwickelte sich auf dem indischen Subkontinent an den Höfen des Mogulreiches die ‘nordindische klassische Musik’, die stark vom persischen Raum beeinflusst wurde, da viele Musiker durch das Musikverbot des Islam im eigenen Land nach Indien auswanderten und damit den indischen Stil maßgeblich mitprägten. Sie wiederum brachten die Sufi-Musik mit, was zu einem gegenseitigen kulturellen Austausch führte.

Pioniere wie Nikolaus Harnoncourt entdeckten die Alte Musik in den 50-er Jahren wieder neu und schufen damit einen revolutionären Aufschwung dieser Epoche nach über 300 Jahren Vergessenheit. Zeitgleich kam die Welle der indischen klassischen Musik mit bedeutenden Vertretern wie Ravi Shankar nach Europa und fusionierte sich mit westlichen Einflüssen. Daraus entstand das neue Bild des ‘Weltmusikers’.

‘Spirit of Celtic Baroque’

In ihrem Programm Spirit of Celtic Baroque vereint das Ensemble Les Seraphines Kompositionen von Bettina Hartl, die sowohl durch die farbenfrohe und facettenreiche Welt des Frühbarock inspiriert sind als auch Elemente keltischer und irischer Musik aufweisen. Dazu kombiniert es spannende und zeitlose Arrangements barocker und keltischer Meister von Claudio Monteverdi bis Turlough O’ Carolan und freie Improvisationen.

Bettina Hartl (*1977)
Ciaccona
Celtic Phantasies
‘Purpurfarben’

Claudio Monteverdi (1567 – 1643)
Amor – Lamento della Ninfa
Interrotte Speranze – ‘In una nuova Versione’

Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 – 1704)
Partia I

Turlough O’ Carolan (1670 – 1738)
Eleanor Plunkett
Planxty Irwin